Die alten indischen Schriften sind ein wahrer Fundus wertvollen Wissens. In den Schriftstücken findet man auch ein philosophisches Konzept für Gesundheit und Wohlbefinden: das Tri-Guna-Modell. Es verrät nicht nur, warum Yoga und Meditation bei stressassoziierten Erkrankungen helfen, sondern auch, weshalb Menschen so unterschiedlich sind. Darüber hinaus erklärt es, wie eine gesunde Ernährung sowohl körperlich fir hält als auch die psychische Gesundheit stärkt.
Kobra, Kind und Krieger: Millionen Menschen in Deutschland dürften zumindest die Namen einiger Yoga-Übungen kennen. Denn die indische Lehre erlebt seit einiger Zeit auch in der westlichen Welt eine steile Karriere, deren Ende noch immer nicht abzusehen ist. Wie Yoga zieht auch Meditation immer mehr Menschen in ihren Bann, die versuchen, dem Stress des modernen Lebens zu entkommen. Tatsächlich fühlen sich viele durch regelmäßiges Meditieren und Yoga merklich entspannter, wohler und rundum gesünder.
Vedisches Wissen für mehr Gesundheit
Das weckte bereits in den 1970er Jahren das Interesse von Psychologen und Medizinern, die anfingen, diese Effekte zu untersuchen. Während diese Forscher damals oft belächelt wurden, nimmt das wissenschaftliche Interesse an Yoga und Meditation seit 20 Jahren stetig zu. Heute erscheinen fast täglich neue Beweise dafür, dass sie eine heilende Kraft für Körper und Psyche sind. Mittlerweile gibt es tausende Studien dazu, und Yoga ist sogar zur bestuntersuchten Methode der Komplementärmedizin avanciert.
Während Wissenschaftler im Westen erst seit wenigen Jahren versuchen, dem Geheimnis der östlichen Praktiken auf die Spur zu kommen, sind ihre gesundheitsfördernden Effekte in Indien seit Jahrtausenden bekannt. So findet man in den alten Sanskrit-Texten Indiens, den sogenannten Veden, detaillierte Abhandlungen darüber, wie man sich sowohl physisch als auch psychisch fit halten kann.
Zwar sucht man dort vergebens nach molekularbiologischen Details, wie die moderne Wissenschaft sie liefern kann. Dafür erklären die vedischen Texte, warum die Moleküle überhaupt in Bewegung geraten, also weshalb Meditation und Yoga wirken. Die wissenschaftliche Basis dafür ist das sogenannte Tri-Guna-Modell, das seinen Ursprung in der Sankhya-Philosophie hat, einem der ältesten philosophischen Systeme Indiens.